Bericht der Hauptsonderschau der Holländischen und seltenen Zwerghühner 2007
Beachtliche 610 Tiere der in unserem SV betreuten Rassen wurden zur HSS vom 1.–2.12.2007 in Pfrentsch gemeldet. Obwohl etwas weiter von den Hauptverbreitungsgebieten gelegen, zogen doch die äußeren Umstände, wie geräumige Ausstellungshalle mit einreihigem Aufbau und günstige Unterbringungsmöglichkeiten, an. Einen herzlichen Dank an unser SV-Mitglied Alfred Sauer und seine Helfer für den reibungslosen Ablauf.
Watermaalsche Bartzwerge
Den Anfang machten die Watermaalschen Bartzwerge mit einer beachtlichen Meldezahl von 89 Tieren. 8,13 Schwarze zeigten Höhen und Tiefen. Es wurden rassetypische Tiere mit richtiger Größe, Schopf, Kamm mit Mehrfachdornbildung und Bartstruktur gezeigt (v, hv: V. Meier; hv: Michel). 4,7 Weißen fehlte es an der vorgewölbten Brust. Insgesamt hätten sie kompakter im Typ sein können. In Größe und Kammstruktur durchaus ansprechend, wurden Wünsche zum Gefieder festgehalten. 8,8 in Goldwachtelfarbig zeigten Wünsche in der Gefiederbildung. Übergroße Schopfstruktur ist nicht erwünscht. Die Wachtelfarbe soll im Mantelgefieder nur am seitlichen Rand, bei deutlicher Nervzeichnung, gesäumt sein. Auch auf Flügeldecken soll das Federinnenfeld schwarz sein. Eine schwierige Farbvariation (hv: F. Meier, Ostrowski). Erstmalig und überraschend in dieser vorzüglichen Verfassung die 1,3 Blauwachtelfarbigen. Breite Front, prima Wachtelfarbe im Blauton, vorzügliche Kopfpunkte mit Kamm und Mehrfachdornbildung sowie Schopf gefielen (v, hv: Thalheimer). 3,6 Silberwachtelfarbige sollten in der Kammstruktur mit Mehrfachdorn markanter und auch nicht zu breit im Schopf werden. Insgesamt eine Kollektion ohne Ausfälle im höheren Sg-Bereich. Bei 3,5 Goldporzellanfarbigen ist auf den ausgeglichenen und saftigen Grundfarbton zu achten, sowie besser dreigeteilte Bartbildung (hv: Michel). 5,6 Gesperberte zeigten Unterschiede. Die Tiere von V. Meier (3x hv) stachen im Typ mit prima Schopf, Kammstruktur und Farbgebung hervor. Erfreulich die 3,5 Blaugesäumten, bei denen leichte Unterschiede im Farbton geduldet werden. Die Säumung muss allerdings erkennbar sein. Stellenweise darf der Schopf nicht übergroß werden. Auch hier die Kollektion ohne Ausfälle im gehobenen Sg-Bereich. 1,1 Goldhalsige wurden als nicht anerkannte Farbe vorgestellt.
Ruhlaer ZwergKaulhühner
33 Tiere waren erfreulich, werben jedoch noch für eine breitere Züchterbasis. So ist bei den 5,5 Goldporzellanfarbigen ein satter gleichmäßiger Grundfarbton zu fordern. Im ersten Jahr sind die Perlen in den Endtupfen gerade bei den Hähnen noch nicht so ausgeprägt und werden erst mit dem Alter stärker zu sehen sein. Wichtig ist die waagerechte Körperhaltung bei abgerundetem Rumpf und geschlossenem Fußwerk (v: Grimschitz; hv: Hechler). Bei den 3,3 Isabellporzellanfarbigen treffen im Grunde die gleichen Forderungen zu. Die Tiere erscheinen im Körper etwas schmaler als die Goldvariation. Gefällig die 3,6 Schwarzen. Stellenweise etwas freier im Stand mit breiterem Rückenabschluss und gleichmäßigerer Grünglanz war zu wünschen (v: Rumpler). Farblich gefielen die 1,3 Gelben mit weißen Tupfen. Ausgeglichene Grundfarbe bei voller Tupfenbildung war von Vorteil. Wünsche zu freierem Stand und beim 1,0 in den Kopfpunkten waren vorhanden (hv: Ruth). Die 1,3 Isabellporzellanfarbigen hätten im Rumpf etwas breiter sein können. 1,0 auch in der Haltung waagerechter. Ausgeglichen erschienen die Tiere in der Farbgebung.
Bassetten
Von den gemeldeten 70 Tieren konnten nur 13 gezeigt werden, da der Aussteller der anderen Tiere kurzfristig beruflich verhindert war und die Käfige leer lassen musste. Bei den Goldwachtelfarbigen überzeugte der Hv-Hahn von Gessner mit vollem Gefieder und typischer Farbgebung. Bei den meisten Hennen wurden Beschädigungen im Gefieder festgestellt, weshalb eine Abstufung in den Bewertungsnoten unausweichlich war. Die Silberwachtelfarbigen waren ausgeglichen im Typ mit schwarzem Innenfeld des Mantelgefieders und silbriger Säumung am Federrand. Abstufungen erfolgten bei zu groben Kopfpunkten (hv: Mehrling). Die zarte Farbgebung bei den Perlgrau-silberwachtelfarbigen täuscht nicht darüber hinweg, dass auch hier die Nervzeichnung und Säumung am seitlichen Federrand vorhanden sein muss. Meist erscheinen die Tiere im Schwanzabschluss etwas spitz (hv: Rumpler).
Holländische Zwerghühner
Die stärkste Rasse im SV wurde mit 350 Tieren vorgestellt, wovon 25,49 Goldhalsige erschienen. Bei den Hähnen kommt es immer wieder zu Diskussionen zur Größe und Intensität der Goldtöne im Gefieder. Es ist natürlich richtig, dass die Tiere nicht übergroß, allerdings auch nicht zu klein werden dürfen. Sie sollen die typische Zwergenhaftigkeit behalten. Sollte ein Tier gewaschen sein, kommt es nach der Federtrocknung vor, dass die äußeren Konturen etwas voller erscheinen. Dies ist mit Augenmaß zu betrachten. Die Goldtöne sollen nicht zu hell (strohig), allerdings auch nicht zu dunkel (ins Rebhuhnfarbige) sein. Ein saftiges Goldgelb ist wünschenswert, dies auch bei den Hennen im Halsbehang. Abstufungen gab es bei Hennen, die lang im Rücken bei flacher, spitzer Schwanzhaltung waren. Auch wurde auf die saftigen Goldtöne im Gefieder sowie zarte Rieselung im Mantelgefieder Wert gelegt. Alles was davon abwich, wurde abgestuft. Oftmals erschienen formlich überzeugende Tiere mit dauerhaft blassen Gesichtern, was nicht von Vorteil ist. Auch in der Standhöhe gibt es oftmals Unterschiede. Richtig hoch stehende oder auch „Kriecher“ sollten der Vergangenheit angehören (v: H. Grimschitz; 5x hv: A. Sauer). Zahlenmäßig nicht bei den vorderen Farbenschlägen die 3,11 Silberhalsigen, obgleich bezüglich Formgebung äußerst rassetypisch. Bei den Hähnen ist auf reines Silber in den Behängen zu achten. Die Hennen sollten weniger Flitterbildung im Mantelgefieder zeigen. Festere Schwanzdeckfederlage wäre von Vorteil (hv: Kubitscheck, T. Klisch 2x). Fein im Farbbild die 10,16 Orangehalsigen. Bei den Hähnen ist auf Vorsaum im Halsbehang zu achten, der bei diesem Farbenschlag vermehrt auftritt. Wünsche bei den Hennen zur typischeren Rückenlinie und zum etwas breiteren Schwanzabschluss wurden notiert. Der farbliche Unterschied zu Goldhalsig muss klar gegeben sein (v, 2x hv: J. Grimschitz; hv: J. Daniels). 9,18 Blaugoldhalsige waren teilweise recht unterschiedlich in Form, Größe und Farbgebung. Die Blautönung kann natürlich etwas heller oder dunkler sein, sollte allerdings in Brust, Flügelbinde und Schwanz möglichst ausgeglichen sein. Bei den Hennen wird goldbraune Grundfarbe mit blauer Rieselung im Mantelgefieder gefordert. Rückenlinie gerundeter und nicht so spitz im Schwanzabschluss waren weitere Wünsche (v, 2x hv: T. Klisch). 3,8 Blausilberhalsige wurden im richtigen Farbton gezeigt. Etwas rundere Rückenlinie und angehobenere Schwanzhaltung wären von Vorteil. Insgesamt eine ausgeglichene Kollektion mit v für Ruoff. 10,13 Rotgesattelte waren recht ausgeglichen in der Urzwergform. Bei beiden Geschlechtern muss festgestellt werden, dass die Farbintensität im Halsbehang, Flügeldreieck bei den Hähnen und Brust bei der Henne sehr unterschiedlich ist und oftmals stark nachlässt (v: K. Filipp; 2x hv: J. Grimschitz). Die Gelbschwarzcolumbia bedürfen eines erweiterten Züchterkreises. Farblich überzeugend, sollten die von H. Grimschitz gezeigten 1,4 breiter in den Schwanzansätzen und -abschlüssen sein. Auf eine herausragende 0,1 konnte hv vergeben werden. Immer wieder eine Augenweide, die von einem kleinen Züchterkreis vorgestellten 3,7 Weißen. Formgebung und Größe passten, rein weißes Gefieder bei roten Kopfpunkten führte zu überdurchschnittlichen Sg-Bewertungen (v, hv: Regenhardt). Zahlenmäßig stärker die 15,25 Schwarzen. Mehr Brustbreite und geschlossener Sattelübergang bei den Hähnen war öfters zu wünschen. Klare weiße Ohrscheiben sind unabdingbar. Im Grünglanz waren fast alle überzeugend. Dunkle Gesichter sollten bei den Hennen der Vergangenheit angehören, sie sollten lebhaft rot sein. Auch ein gleichmäßiger Grünglanz im Gefieder ist vorteilhaft. Insgesamt waren keine groben Ausfälle festzustellen (v, hv: P. Sauer; hv: O. Dobben, J. Otten, J. Daniels). Wieder vermehrt sieht man die Blauen (8,10), die eigentlich blaugesäumt heißen sollten, da es sich um einen spalterbigen Farbenschlag handelt und fast ausschließlich diese Variation gezeigt wird. Der Blauton kann auch hier etwas heller oder dunkler, sollte allerdings gleichmäßig sein. Die Behänge der Hähne sind naturgegeben etwas dunkler. Zwei Ausfälle waren zu verzeichnen, die entsprechend abgestuft wurden (v: T. Ruth; hv: J. Pastrik). 6,16 Gesperberte waren teils unterschiedlich in der Form und auch Farbgebung. Einige erschienen etwas schmal, andere standen etwas zu hoch, wieder andere zeigten verwaschene Sperberung. Einige vorzügliche Formentiere sollten gerade in der Halssperberung abgegrenzter sein (v: H. Grimschitz; hv: H. Redler). Bei den inzwischen farblich getrennten Lachsfarbigen und Silberweizenfarbigen scheiden sich die Geister in fortwährenden Diskussionen. Obwohl in der Musterbeschreibung klar definiert, werden weiterhin Kreuzungsprodukte ausgestellt, die, je nach Geschmack, einmal bei den Lachsfarbigen und einmal bei den Silberweizenfarbigen ausgestellt werden. Die gezeigten Silberwachtelfarbigen und Wachtelfarbigen müssen, bei allen Schwierigkeiten der Farbenschläge, noch einiges im Typ zulegen. Hier bedarf es noch einiger züchterischer Arbeit. 5,8 Goldweizenfarbige waren teilweise etwas unterschiedlich im Farbbild. Auch hier sind etwas breitere Schwanzansätze zu wünschen. In Größe und Typ überzeugten sie (2x hv: Rumpler). Nicht gerade leicht zu züchten die Kennfarbigen (2,11), zumal in der Nachzucht immer wieder helle Tiere herausfallen, die nicht ausgestellt werden können. So auch der zweite Hahn, der wenig Goldtöne hatte. Die Flockung bei den Hennen im Mantelgefieder muss nicht übertrieben, allerdings möglichst gleichmäßig sein. Auch sollten die Kopfpunkte feuriger rot sein (v, hv: B. Fritz). Die Zucht der Perlgrauen (9,12) scheint sich zu stabilisieren. So werden nicht mehr die ganz silbrigen oder mit gelben Anflug befallenen Tiere gezeigt. Gleichmäßiger perlgrauer Farbton ist gefordert, wobei einige leichte schwarze Spritzer im Halsbehang geduldet werden (v, hv: Guder). Vom noch jungen Farbenschlag Schwarzweißgescheckt wurden 1,2 von Daniels gezeigt, wovon eine bereits überzeugende 0,1 hv errang. Bei guter Grundfarbgebung sollten die Tiere möglichst ausgeglichen in der Endzeichnung sein.
Zwerg-Breda
11 Tiere in Schwarz, Weiß, Gesperbert und Blaugesäumt von 2 Ausstellern zeigten sich in vorteilhafter Form und Stand. Straffes Gefieder, kräftiger Schnabel und leichte Schopfbildung war allen Tieren zu eigen. Etwas freierer Stand wäre wünschenswert (v: Ruth, schwarz; hv: Michel, gesperbert).
Zwerg-Eulenbarthühner
34 Tiere deuten auf gefestigte Ausstellungszahlen hin. Während sich die 1,2 Schwarzen in Farbton mit Grünglanz bessern müssen, zeigten sich die 2,8 Weißen weiter fortgeschritten. Wünsche zum klareren Weißton oder besserer Schnabelstruktur, auch Kammhörnerbildung, wurden festgehalten. Auch sollten vereinzelt die Tiere im Stand nicht so hoch sein (v: E. Klein). 1,2 Blaugesäumten und 1,1 Gesperberten wäre teilweise bessere Gefiederstruktur zu wünschen. Vom Typ noch am besten zusagend die Blaugesäumten (hv: Fromm). Zahlenmäßig die 4,8 Silberlack im Vorteil, aber hier recht unterschiedliche Tiere in der Farbgebung. Es wird klares Silberweiß mit schwarzer Endzeichnung erwartet. Auch sollte die Augenfarbe nicht ins Schwärzliche abdriften (v: Fromm). Überraschend am Schluss 2,2 Goldlack mit prima Hörnerkammbildung, vollem Bart und leichtem Schopf. Bei den Hähnen sollte der Grundfarbton noch ausgeglichener sein, die Endzeichnung klarer (v: Fromm).
Zwerg-Kaulhühner
Hier präsentierten sich 23 Tiere in Goldhalsig, Goldweizenfarbig, Rotgesattet, Gelbweißgeflockt und Goldweizenfarbig mit Schopf. Überragender Farbenschlag in dieser Kollektion war diesmal der Goldhalsige. Tiere in bestechender Form, mit waagerechter Körperhaltung, lebhaft roten Kopfpunkten und klaren Ohrscheiben begeisterten (v, hv: Michel). Ausgeglichen waren die Goldweizenfarbigen, die etwas gestreckter im Körper sein konnten. Ein feiner rotgesattelter Hahn hatte eine leichte Kahlstelle am Hals. Die Gelbweißgeflockten sollten etwas mehr Körpersubstanz mit roteren Kopfpunkten aufweisen. Die Goldweizenfarbigen mit Schopf waren recht ausgeglichen in Größe, Stand und Farbgebung. Leichte Stabilisatorenstege im Kamm sind durch die Schopfbildung genetisch bedingt (hv: Rumpler).
Gerald Baumgartl